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Internet der Dinge (IoT), Cloud und die Zukunft der Arbeit

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Alle sind sich einig – Digitalisierung und Automatisierung durch neue Technologien wie Internet of Things (IoT), die Cloud oder intelligente Roboter & Sensoren werden Leben und Arbeit tiefgreifend verändern. Nicht einig ist man sich darüber, ob es in Zukunft mehr oder weniger Arbeit geben wird und welche Art von Arbeit seine Daseinsberechtigung haben wird. Stefan Mettler, einer der Experten aus der neuen Seminarreihe "Digital Leadership", gibt Einsicht in das Thema.

Als «Internet of Things» (IoT), oder zu Deutsch: «Internet der Dinge», werden technische Geräte bezeichnet, welche mit einem Netzwerk wie z.B. dem Internet oder Cloud-Diensten verbunden sind und über dieses miteinander kommunizieren oder Informationen zur Verfügung stellen. Ein solches IoT Gerät kann beispielweise eine Webcam, ein Netzwerk-Speicher (NAS) oder ein Sensor einer Heizung sein, der mit einem Server für den Datenaustausch verbunden ist. Des Weiteren befinden sich aber auch «intelligente Lichtschalter», Kühlschränke oder Smart-TV’s darunter, die mit einer Netzwerkschnittstelle an ein internes Netzwerk oder Internet angeschlossen sind. Diese Art von «intelligenten resp. smarten» IoT-Geräten wie beschrieben, werden in Scharen und hoher Geschwindigkeit ans Internet angeschlossen. Dadurch steigt exponentiell nicht nur die Anzahl der Kommunikationsteilnehmer im Internet, sondern auch die Anzahl verwundbarer Geräte, welchen von kriminellen Hackern missbraucht werden können. Oftmals werden IoT-Geräte verwendet, um massenhaft Spam E-Mails zu versenden oder Angriffe initiiert, indem mehrere solcher Geräte in einen Verbund resp. in ein Bot-Netzwerk zusammengeschlossen werden, um einen zielgerichteten Angriff auf ein prominentes Ziel durchzuführen. Ein noch grösseres Gefahrenpotenzial geht von IoT Geräten aus, auf welche über das Internet mit Standard-Zugangsdaten (Benutzername und Passwort) zugegriffen werden kann. Solche Geräte können grundsätzlich von jedem gefunden werden, beispielsweise mit einem Portscan oder einer Suchmaschine wie Google oder Shodan.

Anders als bei früheren industriellen Umwälzungen können sich IoT Geräte, Sensoren, Maschinen und Roboter heute auch «menschliche» Fähigkeiten aneignen, von denen man einst dachte, sie seien nicht durch künstliche Intelligenz (KI) ersetzbar. Das Zauberwort heisst maschinelles Lernen aufgrund generierter Daten und klassifizierten Informationen. Bereits heute werden diese Milliarden von Datensätzen in künstlichen, neuronalen Netzwerken (ANN) verarbeitet und ausgewertet.

 

Sind Zukunftsaussagen möglich?
«Ich denke, dass es weltweit einen Bedarf für vielleicht fünf Computer gibt» - diesen Satz soll IBM-Chef Thomas J. Watson 1943 gesagt haben. Der deutsche Trendforscher Matthias Horx prophezeite 2005, dass in fünf bis sechs Jahren niemand mehr von Facebook reden wird. Damals hatte das US-amerikanische Unternehmen Facebook weltweit ca. 6 Millionen Nutzer. Im Juli 2017 verkündete CEO Mark Zuckerberg, dass das soziale Netzwerk mehr als zwei Milliarden Menschen seine Plattform nutzen. Also knapp 25 bis 30% der Weltbevölkerung verfügt über einen Benutzer-Account bei Facebook und füttert Tag für Tag das soziale Netzwerk mit Informationen und persönlichen Daten wie Fotos und Videos.

Prognosen und Prophezeiungen in Zukunft sind schwierig und mit viel Skepsis zu interpretieren. Das gilt auch für Vorhersagen darüber, wie die Digitalisierung das Leben und unsere Arbeit verändern wird, zumal auch Fachleute nur darüber spekulieren können. Optimisten verweisen stets darauf, dass jeder industrielle Entwicklungsschub mehr und nicht weniger Arbeit im Gesamtkontext gebracht habe. Als sich in den 1980er-Jahren die Computer und Mainframe-Systeme auszubreiten begannen, führte das nicht zur befürchteten Massenarbeitslosigkeit von Büropersonal. Im Gegenteil, es entstanden neue Berufsfelder.

Ist der Arbeitsplatz in Gefahr?
Neue Technologien hatten stets zwei Effekte: Einerseits rationalisierten sie Stellen weg, sie verbilligten aber auch die Produktion, wodurch den Endkonsumenten mehr Mittel für den Kauf von Waren blieben und deren Produktion wiederum neue Arbeitsstellen schuf. Ein Beispiel ist der ungeheure Aufschwung der Automobileproduktion in den 1970er und 1980er Jahren in Deutschland. Ein anderes Beispiel ist der weltweite Smartphone- und iPhone-Gadget-Boom der letzten Jahre.

Was heute bevorsteht – sofern man einer aktuellen Studie von Professor Carl Benedikt Frey und Michael Osborne der Universität Oxford Glauben schenken mag – ist definitiv anders. Die bevorstehende technologische Revolution, «Industrie 4.0» genannt, könnte die menschliche Arbeitskraft in diversen Arbeitsfeldern vollständig ersetzen und nicht nur verlagern. Die Studie geht davon aus, dass in den nächsten 25 Jahren 47% der Stellen in hochentwickelten Ländern wie der Schweiz verschwinden könnten. Die Maschinen eignen sich heute auch primitive, menschliche Fähigkeiten an. Eine Software sucht schneller und treffsicherer nach Krankheiten oder bösartigen Tumoren als jeder Arzt. Dieser Grundansatz zieht sich durch eine Vielzahl von Berufen in der aktuellen Wirtschaftslandschaft.

 

Welche Berufe überleben die Digitalisierung?
Es stellt sich also die Frage, wie und in welchen Berufen man als Mensch in naher Zukunft konkurrenzfähig bleiben kann. Generell gilt, je kreativer man in einem Job sein muss, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser von Computern und Algorithmen erledigt werden kann. Weiter sind die meisten Jobs welche eine soziale Intelligenz erfordern und in denen man überzeugen, pflegen oder hart verhandeln muss sicherlich auch in den kommenden Jahren nicht wegzudenken. Klassische «Soft-Skills» sind im Zeitalter der Robotik schwer auf die Maschinen übertragbar. Roboter hinken den Menschen noch weit hinterher, wenn es um die Tiefe und Bandbreite der Wahrnehmung von Emotionen und Gefühlen geht.

Auch die Risiken einer künstlichen Intelligenz (KI) dürfen nicht unterschätzt werden. Heute schlägt die KI uns Urlaubsziele vor, macht Wetterprognosen und gibt Staumeldungen an. Das Geld der Pensionskassen wird durch eine KI an den Finanzmärkten angelegt. Beim Online Shopping wird die passende Ware aufgrund unseres Kaufverhaltens angezeigt und beim Online Dating der vermeintlich beste Partner(in) in Form eines Treffers (Match) eruiert.

Wollen wir das wirklich und wer respektive welche Institutionen überwachen die Algorithmen und KI? Was würde passieren, wenn plötzlich die Algorithmen und KI ihr Wissen gegen unseren Willen einsetzen? Ein unkontrolliertes Ausmass an Risiken wäre die Folge. Sind wir als Menschen ab diesem Zeitpunkt überhaupt in der Lage, adäquate Gegenmassnahmen einzuleiten und kann ohne Weiteres einfach der Strom-Stecker gezogen werden – oder ist es dann gar zu spät? Sind obskure Skynet-Szenarien wie aus dem Film Terminator mit Arnold Schwarzenegger nur Fiktion oder bald Realität?

Eine entscheidende Rolle wird in all diesen Szenarien die Bildung und Forschung sein. Früher brachten Professoren und Lehreinnen und Lehrer ihren Studierenden und Schülern etwas bei, das fürs ganze Leben halten sollte. Heute müssen wir uns alle auf Technologien, Jobs und Herausforderungen vorbereiten, die erst in der Entstehung sind oder noch erfunden werden müssen.

Lust auf mehr Informationen zu diesem Thema? Dann besuchen Sie unsere Seminarreihe „Digital Leadership“. Start ist am 16. November in Zürich.

 

Stefan Mettler, zur Person:
Der Ostschweizer Stefan Mettler ist CEO der CRYPTRON Security GmbH. Mettler arbeitet seit über 15 Jahren als professioneller Hacker und Sicherheitsberater. Kunden aus der Privatwirtschaft und staatliche Stellen lassen ihre Computer-Netzwerke auf Schwachstellen durch CRYPTRON Security überprüfen, indem zum Beispiel ein professioneller Hacker versucht, in das System einzudringen – dies wird im Fachjargon «Penetration Testing» genannt. Mettler hat an der Hochschule Luzern Informationssicherheit studiert und ist auf die Gefahrenabwehr und Absicherung komplexer ICT-Systeme und Netzwerke spezialisiert.

 

 



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